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Es ist schon ein seltsames Schauspiel, das erwachsene Menschen in aller Öffentlichkeit abgeben. Hilde Mattheis, Mitglied des SPD-Parteivorstandes, sagte in einem Deutschlandfunkrinterview letzte Woche, daß sie angetreten seien, alternative Politik zu machen. Alternativ zu der Politik Merkels. Nur kommen mir aber Zweifel, obwohl die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag eindeutig sind: 311 Sitze für CDU/CSU aber 319 Sitze für LINKE, SPD und GRÜNE. Man könnte also meinen, jetzt wäre die Gelegenheit, gemeinsame Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Aber Nein! Weiche Knie, Selbstzweifel und Verhöhnung der vielen Millionen Wähler, die Merkel und Konsorten NICHT wählten. Die Merkels Politik NICHT wollten. Sie schrumpeln wieder zusammen, die Männer mit der großen Versprechungsklappe. Die Frauen mit den Tjawiesagichsjetztbloß. Wahlversprecher mit Angst vor der eigenen Courage. SPD im Pomadenglanz der Juniorpartnererwartung. Die Grünen, die verdrängen, wo sie herkamen. Bei beiden ist in Vergessenheit geraten, daß sie für die Menschen da sind, für eine menschlichere Politik. Aber nix da. Eigennutz geht vor Gemeinnutz. Man möchte Mäuslein spielen, wenn sie sich nicht im eigenen Spiegel anschauen können, weil es ihnen vielleicht doch peinlich ist, auf Möglichkeiten zu verzichten, die ihnen die Wähler an und in die Hand gaben. Wir leben in der Schlappschwanzdemokratie, wo Rückgrat zu haben ein Fluch ist.

Mein Zorn ist groß und fürchterlich,
Ja, fürchterlich und groß,
Denn dieser dumme Erdplanet
Blamiert sich grenzenlos.

Joseph Victor von Scheffel

Nachtrag:

Schäuble meint zu Recht: «Man könnte es weder unseren Bürgern noch den Menschen anderswo erklären, warum Deutschland bei einem solchen eindeutigen Wahlergebnis längere Zeit keine neue Regierung zustande bekommen sollte.» CDU/CSU haben NICHT die Mehrheit. Soweit, so gut. Leider besteht der Rest der Parteien im Bundestag aus Schlappschwänzen, die Angst vor der Möglichkeit haben, Politik ohne Merkel zu machen. So haben sich die Nichtcduwähler das nicht vorgestellt. Chance verpaßt? Nein, mutwillig in den Müll entsorgt. Dafür müßten sie besonders bestraft werden – am Besten durch Mißachtung.

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