Schlagwörter

, ,

Ja, sie wird gewiss kommen, die Zeit der Vollendung,“ schreibt Lessing. Sie kommt nicht, und Lessing weiß es. Denn, sagt er, „diese unmenschliche Welt muß menschlicher werden. Aber wie? Aber wie?“

Seine 230 Jahre alte Schicksalsfrage ist bedrückend aktuell. Wir können sie auch heute noch nicht schlüssig beantworten. Das aktuelle schreckliche Geschehen zeigt, daß die Menschen immer noch nicht gelernt haben, miteinander zu leben, friedlich miteinander umzugehen und sich gegenseitig in ihrem So-Sein und Anders-Sein zu tolerieren. Mit anderen Worten: Die Welt ist trotz aller Aufklärung und Zivilisation in weiten Bereichen des menschlichen Miteinanders noch immer unmenschlich.

Gültig wie Lessings Fragezeichen „Aber wie, aber wie?“ ist deshalb auch eine 220 Jahre alte Antwort, die sein Weggefährte Moses Mendelssohn damals – freilich nicht direkt – gegeben hat. Mendelssohn, literarisches Vorbild für Nathan den Weisen, sagt was man tun sollte: „Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun.“

Advertisements