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Manchmal schüttele ich meinen Kopf über die Blödheit bedeutender Denker. “Die Juden sind eine so pestilenzialische, aussätzige und gemeingefährliche Rasse, daß sie schon vor ihrer Geburt ausgerottet zu werden verdienen.” schrieb Giordano Bruno in Die Vertreibung der triumphierenden Bestie, 2. Aufl., Berlin und Leipzig, ca. 1907, Seite 180. Ein dummer und arroganter Satz.

Die Geschichte zeigte allerdings, daß der tatsächliche Feind (selbstverständlich) die katholische Kirche war. Am 8. Februar 1600 wurde Giordano Bruno wegen Ketzerei und Magie aus dem Orden der Dominikaner und aus der Kirche ausgestoßen, dann dem Gericht des Gouverneurs in Rom überstellt. Außerdem wurden alle seine Schriften verboten, seine Werke sollten öffentlich zerrissen und verbrannt werden. Von fast achtjähriger Kerkerhaft körperlich gebrochen, wurde der 52-jährige Giordano Bruno am 17. Februar 1600 auf dem Campo de’ Fiori auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Vor der Hinrichtung wurde Giordano Bruno angeblich die Zunge festgebunden, damit er nicht zum anwesenden Volk sprechen konnte.

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Hätte er sich wacher und nüchterner in der Welt umgesehen, dann wäre ihm der Satz: „…gemeingefährliche Rasse…“ im Halse stecken geblieben. Aber er war katholisch und blind seinen eigenen Leuten gegenüber. Diese Blindheit teilt er wohl mit vielen Menschen, die sich einer Gruppe oder gemeinsamen Idee verbunden fühlen. Er hatte vermutlich zu spät erkannt, daß sein Vertrauen nur ein brennendes Leichentuch war, in dem er selbst eingehüllt und hustend starb.

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