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Das Zeitalter ist unphilosophisch und feig; es hat nicht den Mut zu entscheiden, was wert und was unwert ist, und Demokratie, auf das knappeste ausgedrückt, bedeutet: Tun, was geschieht!“ -Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Wenn es wichtig ist, was ein anderes Huhn denkt, wichtig, was der Hühnerhof von mir verlangt, dann folgt daraus, daß ich aus Zugehörigkeitsgefühl das mache, was man von mir erwartet. Nun kann ich nicht behaupten, daß alles, was von mir erwartet wird, falsch ist oder unangebracht. Nein, die Frage ist: Habe ich darüber nachgedacht, was ich selbst für falsch und richtig halte? Und dann die adäquate Schlußfolgerung in Wort und Tat gezogen? Das ist der Punkt, an dem es um Mut oder Feigheit geht, wenn ich mich im Gegensatz zum Hühnermainstream befinde. Wenn mich meine Peergroup möglicherweise weghackt. Wenn ich allein auf der Stange sitze und gerne Gesellschaft hätte. Denn so, daß irgendwas irgendwie geschieht, geht es nicht. Das Irgendwie hat mit mir nichts zu tun. Das Irgendwas ebensowenig. Letztlich ist die Frage: Habe ich entwickelte Wertvorstellungen und ein Gewissen, dem ich ohne zu zögern folgen kann?!

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