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Voltaire schrieb in einem Brief vom 20. Dezember 1768 an Villevielle: „Ich trotze dem Teufel, der nicht existiert, und den wahren, den fanatischen Teufeln, die nur zu sehr existieren“.

Mir scheint, er hätte es heute, würde er noch leben, nichts anderes gesagt. Fanatische Teufel zeigen sich allerorten und es gibt so wenige, die sich dagegen aussprechen, etwas dagegen tun. Wegschauen ist die Pest, so schlimm wie stilles Einvernehmen. Auf den Straßen schreien sie Parolen von Tod, von Mord. Die Polizei schaut zu. Das, was an Freiheit erkämpft wurde und heute als einigermaßen selbstvertsändlich gilt, ist in Gefahr. Religiöse Fundamentalisten, Hasser der freien Gedanken, des freien Wortes, gewalttätige Unterdrücker bekommen Oberwasser. Ein soziales Gebilde wie unsere Gesellschaft, daran interessiert, daß man in Frieden miteinander leben kann, darf sich dies nicht bieten lassen. Es gibt aber dazu noch viel zu viele Dummköpfe, die sich vor deren Karren spannen lassen. Jene, die eine Vielfalt kulturellen Ausdrucks nicht zulassen wollen, denen Wissenschaft, Kunst und Philosophie ein Greuel ist, die Menschen unter ein Joch zwingen wollen, jenen sollte man Widerstand leisten. Toleranz, die in Beliebigkeit ausartet, ist Dummheit.

Ich würde gerne unsere Besucher mit jenem alten Spruch des DH begrüßen:
„Wer gegen seine Schwester oder Bruder Groll im Herzen trägt
und ihnen nicht wohlgesinnt,
wer Schuld hat, ungesühnt,
und sich davon nicht löste,
wer Menschenliebe nicht zu seinem Ziel erkor
und nicht das Gute will;
der bleibe fern, betrete diese Schwelle nicht,
bevor er sich mit beiden hat versöhnt,
die Schuld getilgt und Menschlichkeit geübt.“

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