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In einer Passage aus Umberto Ecos Roman Das Foucaultsche Pendel, unterscheiden die Protagonisten nur noch zwischen Graden der Unangemessenheit:
„‚Also passen Sie auf: In der Welt gibt es die Idioten, die Dämlichen, die Dummen und die Irren.“
Sonst nichts?
Doch, uns zwei zum Beispiel, oder jedenfalls – ohne wen zu beleidigen – mich. Aber letzten Endes, genau besehen, gehört jeder Mensch zu einer von diesen Kategorien. Jeder von uns ist hin und wieder idiotisch, dämlich, dumm oder irre. Sagen wir, normal ist, wer diese Komponenten einigermaßen vernünftig mischt„.

Die Dummheit ist eben nicht nur ein universales Phänomen, sondern impliziert auch ein grundlegendes philosophisches Problem: Sie betrifft das Erkenntnis- und Urteilsvermögen. Kant bestimmt in seiner Kritik der reinen Vernunft die Dummheit als „Mangel an Urteilskraft„, als „Gebrechen„, dem „gar nicht abzuhelfen“ sei. Dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb die Dummheit als Unkenntnis von Tatsachen und als mangelhafte Schulung des Geistes die wichtigste Quelle der Komik und des Lächerlichen ist. Gelächter! Im Nu die Einsicht, genau so bescheuert zu sein wie in dem gerade erlebten. Im selben Nu die Erkenntnis, es ist grundlegend nichts zu ändern, unsere Art ist so… menschlich.

Und bei all dem, was wir daher notgedrungen uns und der Mitwelt antun, ließe sich Gottfried Benn zitieren: „Da wir uns der Wahrheit doch nicht nähern, laßt uns wenigstens gute Manieren haben.“

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