Schlagwörter

, , , , , ,

Es gibt Sätze, die dürfen und sollten oft in’s Gedächtnis gerufen werden. In diesem Fall möchte ich Karl Popper zitieren:

Das Paradox der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen (….)

Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.“ Aus: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, Tübingen.

Das ist ein Schaulaufen auf sehr dünnem Eis. Sehr genau und analytisch muß eine Sache betrachtet werden, vorurteilsfrei und Faktengewiß. Freiheit der Rede, Freiheit der Gedanken sind zu kostbar um ihnen achtlos zu begegnen. Tatsächlich muß man sich umfassend informieren und im Gespräch bleiben, auch mit Andersdenkenden, sofern sie es zulassen.

Achtsamkeit gestaltet die Qualität des Augenblickes. Denn es  geschieht durchaus, daß je näher man seinem Gegenüber kommt, desto deutlicher aus einem Feind ein Gegener, aus einem Gegner ein Gesprächspartner wird. Und dennoch: es gibt Grenzen, die auf beiden Seiten nicht zu überschreiten sind. Sie muß man kennen.

Advertisements