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Zunächst ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Hierbei bekenn‘ ich, daß mir von jeher die große und so bedeutend klingende Aufgabe:“Erkenne dich selbst!“ immer verdächtig vorkam, als eine List geheim verbündeter Priester, die den Menschen durch unerreichbare Forderungen verwirren wollten. Der Mensch kennt nur sich selbst, insofern er die Welt kennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird. Jeder neue Gegenstand, wohl beschaut, schließt ein neues Organ in uns auf. Am allerfördersamsten sind aber unsere Nebenmenschen, welche den Vorteil haben, uns mit der Welt aus ihrem Standpunkt zu vergleichen und daher nähere Kenntnis von uns erlangen, als wir selbst gewinnen mögen. Ich habe daher in reiferen Jahren große Aufmerksamkeit gehegt, inwiefern andere mich wohl erkennen möchten, damit ich in und an ihnen, wie an so viel Spiegeln, über mich selbst und über mein Inneres deutlicher werden könnte… Von Freunden… lasse ich mich ebenso gern bedingen als ins Unendliche hinweisen, stets merke ich auf sie mit reinem Zutrauen zu wahrhafter Erbauung.”

Hier werden wir auf zwei Dinge aufmerksam: einmal die Selbsterkenntnis als ein “Schau in dich!” und eine Gruppe von Freunden, zu denen wir ein besonderes Verhältnis haben. Wir wissen alle, daß man sich von einem Freund mehr sagen läßt, daß seine Kritik ein Spiegel ist, der gerade durch diese freundschaftliche Beziehung fördernd und hilfreich ist. Das, worum es wirklich geht, wenn ich mich mit Anderen zu tiefergehenden Gesprächen treffe, kann ich eigentlich nur mit Hilfe von einfühlsamen Mitmenschen herausfinden, weil auch das Unbewußte eine Rolle spielt, und ich dieses Unbewußte nur sehr subjektiv bewußt machen kann.

Unser Ziel ist, einander zu erkennen und einer im anderen das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist; – des andern Gegenstück und Ergänzung!
Hermann Hesse

Verstandesgemäß geht es vor allem um Authentizität, um Echtheit – man sollte sich möglichst wenig selbst täuschen und andere selbstverständlich auch nicht. Mit Gleichgesinnten kann man sich in offener und wohlwollender Weise austauschen, um mehr über sich zu erfahren, um sich weiterzuentwickeln und dem Anderen in gegenseitigem Austausch ebenso dabei zu helfen.

Was ist am schwersten zu erreichen? – Daß man sich selber hinter die Schliche kommt.“
Wilhelm Busch

Menschsein bedeutet nicht nur ein gegebener Zustand, sondern eine ständige Aufgabe. Da der Mensch ein Teil der Natur und der menschlichen Gesellschaft ist, ohne die er nicht lebensfähig geworden wäre, schließt die Aufgabe Menschsein folgerichtig einen Dienst an Gesellschaft und Natur mit ein. Erst ein mündiger Mensch, der eine kritische Distanz zu sich selbst und eine bewußte Verbundenheit zu seiner Mitwelt hat, kann für sich selbst voll- und für seine Mitwelt mitverantwortlich sein. Deshalb ist Mündigkeit ein wichtiges Ziel, das es zu erreichen und zu erhalten gilt. Einen Menschen in Unmündigkeit zu bringen oder zu halten, verstößt gegen die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Einem Menschen nicht zu helfen, der in Gefahr ist in Unmündigkeit zu geraten, kommt demnach einer unterlassenen Hilfeleistung gleich. Deshalb ist Aufklärung – auch über mich selbst – Pflicht. Meine allem anderen übergeordnete Orientierung, ist der ganzheitlich verstandene Humanismus, das Ideal vom verantwortlichen Menschentum. Mir geht es um Menschlichkeit durch Wahrhaftigkeit.

Mensch, lerne dich selbst erkennen, das ist der Mittelpunkt aller Weisheit!” so Gotthold Ephraim Lessing oder wie Erich Kästner sagt: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.”

Im übrigen gilt das Gesagte gleichermaßen für Hühner.

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