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Miles Davies sagte einmal: „It’s not the notes you play; it’s the notes you don’t play.“ Einigermaßen überraschend, da ich annehme, daß Musik im Grunde aus Tönen besteht. Doch dieser Satz erinnert mich an des Nachbarn Hahn. Er bläst sich auf, kräht, macht eine Pause. Kräht, macht eine Pause, als würde er sich vergewissern, ob ihn jede hörte, ob sein Krähen eine ihm genehme Reaktion hervorruft. Scharren und Picken ist leidlich unbestimmt und eher zufällig. Es sind diese Krähpausen, in denen in mir und meinen Mithühnern etwas Bestimmtes in uns vorgeht. Wir vereinen sein Krähen mit unseren Gefühlen – und entscheiden, ob wir weiter scharren und nach Würmchen suchen oder zu ihm kommen, weil er so schön gekräht hat.

In diesen Pausen ergibt sich eine ganz eigene Melange aus Gedanken, Gefühlen, aus Lüsten und Verneinung. In diesen Pausen ergießt sich das Licht der Freude oder der Kaffesatz aus Abneigung und Ruhebedürfnis in uns. Die Pause erzeugt Spannung, ist eine Reise in Gemeinsames und doch so Eigenes. Gäbe es keine Pause, es gäbe uns nicht. Nur die Pausen machen uns lebendig. Die Töne sind die Säulen, die das Gebäude der Musik halten. Die Pausen zwischen diesen Säulen machen einen Raum zum Leben daraus.

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