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Ernst Bloch auf die Frage eines Studenten, wie etwas zu verstehen sei: „Sie erwarten doch wohl nicht, daß ich beginne, mich hier selbst zu erläutern?!

Das mag zwar auf Anhieb wie eine Brüskierung des armen Studenten scheinen. Doch nichts liegt Bloch ferner als das. Er ist der Überzeugung, daß Selbstdenken Gewinn bringt.

G.W.F.Hegel beschreibt in seiner Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse § 465: „Diejenigen, welche von der Philosophie nichts verstehen, schlagen zwar die Hände über den Kopf zusammen, wenn sie den Satz vernehmen:
Das Denken ist das Sein.
Dennoch liegt allem unserem Tun die Voraussetzung der Einheit des Denkens und des Seins zugrunde. Diese Voraussetzung machen wir als vernünftige, als denkende Wesen.

Kern der Einheit von Denken und Sein ist unbedingtes, konsequentes Interesse, eine Frage angemessen zu stellen; wissen, wo und wie man sich befindet, welche adäquate Geste uns in Verbindung mit der Welt setzt, die wir erforschen. So sei doch in erster Linie das Wissen vom eigenen Vermögen, das Γνῶθι σεαυτόν Basis der Weltkontakte. Erklärungen, die man uns auf ein unbearbeitetes Fundament gibt, wurzeln nicht, können nicht verknüpft werden, bringen eben keine wirkliche Erkenntnis. In diesem Sinne meint auch Gadamer, daß Sachkenntnis und Expertentum allein noch lange keinen handlungsfähigen und verantwortungsvollen Bürger machen.

Ja, das kenne ich,“ meint er. „Ich weiß wohl, wie du deine Eier zustande bringst, kenne mich in Anatomie und Physiologie aus, aber ich werde nie ein Ei legen können.
Er seufzte.
Bekommst von mir eines.“ erwiderte ich.
Er lächelte und streicht über meine zerzausten Federn.

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