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Once in a while I’m sitting with my fellow, my companion around our Hühnerhof – nothing to do but to chat a little bit.

Hast du den Schimmer der inneren Zerissenheit in jenem Blog gespürt?

Hmm...“ brummt er, „Es gibt so viel Schönes von Leonard Cohen – und dann das: ‚There is a crack in everything, that is how the light gets in.'“

Er will das doch nicht auf den Riß reduzieren? Läßt erst das Licht herein und dann.. abschlagen, abschlagen. Ecken und Kanten abschlagen. Viel zu gewaltig. Nicht der Natur ihren Lauf lassend. Zuviel Gesetzmäßigkeit, zuwenig organisches Wachstum.

Roger Willemsen schreibt in seinem Buch ‚Der Knacks‘: „Der Knacks ist der Moment, in dem das Leben die Richtung wechselt und nichts ist mehr wie zuvor.“ In diesem Fall ist der Knacks etwas gewaltiges, erschütterndes. Ein Riß aber, ist eher ein Spalt, durch den etwas anderes herein scheinen kann. Hindurch sehen, hindurch schreiten, hindurch fliegen. Oh ja, wir Hühner sehen zwar oft wie aufgeplusterte Kopfkissen aus, aber wir können uns auch schwupps! schlank machen um durch den Spalt in des Nachbars Garten zu schlüpfen.

Wir sind wie Rolling Stones – immer in Bewegung. Im Strom der Zeit und den Wellen des Schicksals verändern wir uns stetig. Langsam. Unmerklich. Und plötzlich, wenn wir einen alten Freund treffen, wird es uns bewußt, wenn er sagt: „Du meine Güte, siehst du gut aus. Hast dich echt zu deinem Vorteil verändert.“ Ohne brachiale Gewalt. Und ohne aus uns, wie Michelangelo, einen David zu hämmern, der wir nicht sind. We are Rolling Stones. Immer unterwegs.

friesenwall5

Und dein Ziel?“ fragt er mich, „Irgendwann wirst du keine Eier mehr legen, ya‘ Rolling Chicken.

„Mir geht es nicht um ein Ziel. Mir geht es um meinen Haufen Hühner, um miteinander froh sein können.“

Ich lege ja meine Eier nicht für mich allein. Entweder es werden winzige Federbällchen daraus oder mein Bemühen endet in einer Mehlspeise. Aber wir sind, was wir sind und legen weiter. So haben alle etwas davon. Ich selbst esse doch keine Eier, nicht wahr, ihr süßen Regenwürmer?!

natursteinmauer

Ich habe einen angemessenen Platz gefunden. In einem Friesenwall. Dort, wo viele Steine in unterschiedlicher Verfassung weit mehr als die Summe ihrer Teile sind. Nicht glatt, nicht kubisch. Es wurde ein tragfähiges Miteinander gefunden, ohne daß viel herum gehämmert wurde. Es fügt sich organisch und lieblich ineinander. Gibt Raum noch für Blumen, Moos und Eidechsen. Und in all dem, was rund und ungerade ist, wird einer Idee des Miteinander zwanglos Gestalt gegeben.

Weil es keine gerade Linie im Universum gibt?

Ja. Deshalb sind meine Eier auch eiförmig und nicht …“

Er lacht und geht heiter durch den Nieselregen – next time, next Chapter.

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