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Wir Hühner denken nicht in erster Linie daran, „mit der neuen Zeit zu gehen“.

Vertrauen ist etwas, das sich entwickelt, Resultate im Hier und Jetzt zeitigt. Und diese Entwicklung eines tragenden Vertrauens zueinander beginnt ja wohl, so möchte ich meinen, seit dem ersten Kontakt zu den Menschen. Ohne Vertrauen öffnet sich kein Weg. Ob er gangbar ist, gangbar weitergeht, bedarf der Prüfung. Dafür bedarf es der Skepsis, der vorurteilslosen und genauem Zusehen.

„… es ist finster geworden, und die Probleme beginnen, unseren schön geplanten Zukunftsweg zu verwachsen“ sagt Robert Musil. Wer aber auf einem Weg ist, tut gut daran, in seinem Rucksack ein schönes Päckchen mit der Aufschrift „Vertrauen“ mitzuführen. Es ist dies in erster Linie das Vertrauen zu sich selbst, welches gelebt, dem Anderen vertrauenseinflößend etgegenkommt und Frucht bringt. Ohne ein gewisses Maß an Vertaruen in sich selbst wird man schwerlich Vertrauen von anderen erwarten oder fordern können.

Es geht um eine innere Haltung: Vertrauen statt Mißtrauen. Es ist eine Haltung, die uns ermöglicht, eine Ahnung als Zeichen zu interpretieren, daß man auf dem richtigen Weg ist. Ein Weg, der miteinander gegangen werden kann. Vertrauensvoll, streitbar und brüderlich.

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Unsere heutige Zeit ist gering an Standfestigkeit, aber reich an Bewegung. Sie will nicht den ‚Stillstand‘, sondern das Fortkommen. Sich aber nicht als verlorene Nußschale in stürmischer See zu fühlen, als Getriebener, bedarf es eines Standpunktes, der sich in einer Haltung ausdrückt. Sie muß per se verläßlich sein. „Laß mal. der macht das schon“ so darf man wohlgemut denken. In diesen Zeiten ist es also nicht das Moderne, das Mithalten mit dem Neuen, welches problematisch ist, sondern der Anspruch an sich selbst, die Wankelmütigkeit, die Wortbrüchigkeit, in der man der „mit der Zeit geht“.

Unser Fortschritt fordert ein völliges Umdenken auf allen Lebensgebieten insbesondere in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht Das kann aber nicht bedeuten, daß man gewachsenes Vertrauen und Zuversicht auf dem Altar der „Moderne“ opfert.

Hier auf dem Hühnerhof ist es noch Usus, daß ein Wort gilt, ein Versprechen eigehalten wird. Unser Bauer und wir Hühner leben das und fahren gut dabei. Wir vertrauen auf seine Fürsorge, er ist unserer Eier sicher.

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